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Teil I: Erweiterungschronik der Europäischen Union
Die Erweiterung der Europäischen Union bietet vielfältige Chancen für das Unternehmertum in Europa. Hier erhalten Sie einen kompakten Überblick über Historie und Zukunft der EU.
Kurzer Überblick über die Historie der EU-Erweiterungen

     
Seit ihrer Gründung im Jahr 1957 hat die Europäische Union ihre Grenzen ständig erweitert und neue Mitglieder aufgenommen.

EU-Erweiterungshistorie (Vorschaugrafik)
  
Grafik: EU-Erweiterungshistorie  (Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)

Die letzte Erweiterung der EU hat am 1. Januar 2007 stattgefunden. Bulgarien und Rumänien sind EU-Mitglieder geworden.

Weitere Kandidaten, die nach 2007 Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft haben, sind Albanien, Kroatien, Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Mazedonien und die Türkei.

  

EU-Erweiterung 2004: Beginn der Wiedervereinigung Europas

  
Die Erweiterung der Europäischen Union im Mai 2004 bedeutete nicht nur aufgrund der Anzahl der Beitrittsländer einen großen Schritt. Acht der zehn neuen EU-Länder sind Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Mit ihrem Beitritt wurde die jahrzehntelange Teilung Europas endgültig überwunden.

Mit der Erweiterung wuchs die Bevölkerung der EU um 19,6% auf 454,9 Mio. Bürger, wobei jeder zweite der insgesamt 74,1 Mio. neuen Unionsbürgern in Polen lebt.

Die Vorbereitungen: Mit der Mauer fiel der Eiserne Vorhang

Vier Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer waren sich die Staats- und Regierungschefs der EU im Juni 1993 bei ihrem Gipfel in Kopenhagen einig, dass "die Länder Mittel- und Osteuropas, die dies wünschen, Mitglieder der Europäischen Union werden können". Sie machten damit den Weg frei für die bislang größte Erweiterung der EU. Schon damals beschlossen sie die Kriterien für die Erweiterung: Für die neuen Mitgliedsstaaten sollten die so genannten Kopenhagener Kriterien als Maßstab gelten.

Dazu zählen:

  • die Stabilität der Institutionen, der Demokratie, des Rechtsstaats
  • die Wahrung der Menschenrechte sowie Achtung und Schutz von Minderheiten
  • eine funktionierende Marktwirtschaft
  • die Übernahme der gemeinschaftlichen Regeln, Standards und Politiken, die die Gesamtheit des EU-Rechts darstellen.

Die Fortschritte der einzelnen Beitrittskandidaten gestalten sich unterschiedlich

In den folgenden Jahren begannen die ersten Staaten, sich auf ihren Beitritt vorzubereiten. Die Europäische Kommission, der Rat und das Parlament überprüften regelmäßig den Stand der Vorarbeiten. 1998 nahm die Kommission offizielle Verhandlungen mit sechs Bewerbern auf:

Estland, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern gehörten zu den Staaten, die die meisten Fortschritte gemacht hatten. Zwei Jahre später begannen die Verhandlungen auch mit Lettland, Litauen, Malta, der Slowakei, Bulgarien und Rumänien. Die Bewerber mussten einen dicken Katalog von Themen abarbeiten, der in 31 Kapiteln alle Bereiche der europäischen Zusammenarbeit umfasste.

Ende 2002 erklärte die Europäische Kommission dann die Verhandlungen über den Beitritt zur Europäischen Union mit Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Zypern für abgeschlossen. Diese Staaten hatten nach Ansicht der Kommission alle Aufgaben auf dem Weg in die EU erfüllt und waren nun bereit, Anfang 2004 Mitglieder der Europäischen Union zu werden.

Im April 2003 unterzeichneten die zehn neuen EU-Mitglieder in einer feierlichen Zeremonie in Athen die Beitrittsverträge. Nach ihrer jeweiligen Ratifizierung, traten die neuen Mitgliedsstaaten am 1. Mai 2004 offiziell der Europäischen Union bei. Hinter ihnen lag ein kurzer, aber sehr anstrengender Weg: In den fünfzehn Jahren seit dem Fall des Eisernen Vorhangs haben sich aus den ehemaligen "Ostblock-Staaten" mit Planwirtschaft vollwertige EU-Mitglieder mit einer freien Marktwirtschaft und dynamischen Wachstumswerten entwickelt.    

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