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Insolvenzen in Europa
Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Studie sowie zurückliegende Ausgaben im PDF-Format...
Analyse 2004/05: Insolvenzen in Europa

       
Die Analyse vom 12. Februar 2005 können Sie hier kostenlos herunterladen:

PDF-Icon Kurzfassung: "Insolvenzen in Europa 2004/05 - Pressemitteilung" (6 S. - 81 KB)
PDF-Icon Langfassung: "Insolvenzen in Europa 2004/05 - Langfassung" (38 S. - 134 KB)

  

Highlights aus der Studie vom Februar 2005

  
Unternehmensinsolvenzen in Europa 2002 - 2004

Unternehmensinsolvenzen in Europa 2002 - 2004

Grafik 1: Unternehmensinsolvenzen
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa beläuft sich im Jahre 2004 auf über 156.000 betroffene Firmen. Enthalten sind nicht nur die Länder der Europäischen Union, sondern auch Norwegen und die Schweiz. Im Verlauf der letzten drei Jahre ist es nur noch zu leichten Zugängen gekommen. Mit einer Steigerungsrate von 2,2 Prozent im Jahre 2003 und 1,0 Prozent 2004 deutet sich eine Stagnation beim Niveau der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa an.

 
Insolvenzen in einzelnen Ländern Europas

Insolvenzen in den einzelnen Ländern Westeuropas

Grafik 2: Insolvenzen in einzelnen Ländern
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Deutschland und Frankreich stellen zusammen mehr als die Hälfte aller westeuropäischen Unternehmensinsolvenzen. Während Deutschland noch zu Beginn des Jahrzehnts die negative Spitzenreiterrolle im europäischen Insolvenzgeschehen auf sich zu nehmen hatte, hat diese nun Frankreich mit gut 40.000 Unternehmenszusammenbrüchen übernommen. Bei der Zahl der Insolvenzen in den einzelnen Ländern fallen nicht nur die wirtschaftliche Stabilität der einzelnen Betriebe ins Gewicht, sondern auch die unterschiedlichen Insolvenzrechte. Dann verwundert es nicht, dass in Spanien, wo die Gläubiger zunächst für die Kosten des Verfahrens aufkommen müssen, bezogen auf die Zahl der Unternehmen ein so geringes Insolvenzaufkommen zu verzeichnen ist.

 
Insolvenzen in Mittel- und Osteuropa

Insolvenzen in Osteuropa

Grafik 3: Insolvenzen in Osteuropa
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Die meisten EU-Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas weisen steigende Werte bei den Unternehmensinsolvenzen auf. Ungarn, die Slowakei, Slowenien und Litauen legten 2004 bei den Unternehmenszusammenbrüchen gegenber 2003 zu. In Polen, Tschechien und in Lettland nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ab (keine Zahlen für Estland vorliegend). Wie die starke Schwankung in Lettland oder die absolut geringe Zahl von Unternehmensinvolvenzen in Polen zeigen, fehlt es in den Beitrittsländern vielfach noch an einem funktionierenden Insolvenzrecht. Betriebe, die zahlungsunfähig sind, bleiben als "Ruine" in den Registern erhalten. Die Gläubiger verlieren ihr Geld, neue Geschäftspartner müssen vorsichtig sein.

 
Privatinsolvenzen in Europa 2003 vs. 2004

Privatinsolvenzen in Europa

Grafik 4: Privatinsolvenzen in Europa
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Die Möglichkeit, sich über ein Insolvenzverfahren von seinen Schulden zu befreien, gibt es nicht in allen euorpäischen Ländern. Auch in Deutschland wurde die Privatinsolvenz erst 1999 eingeführt. Seitdm steigen die Zahlen hierzulande sprunghaft - aber auch die anderen Länder in Europa weisen 2004 Zugänge bei den Privatinsolvenzverfahren auf. Nur Norwegen kann gegenüber 2003 einen Rückgang um 21 Prozent bei Insolvenzverfahren aufweisen. Vor dem Hintergrund eines zunehmend auf Kredit finanzierten Konsums ist ein Ende der Entwicklung in Europa nicht abzusehen.

 
Zahlungsverhalten in einzelnen Ländern Westeuropas

Zahlungsverhalten in Westeuropa

Grafik 5: Zahlungsverhalten
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

In Deutschland dauert es durchschnittlich 42 Tage, bis eine offene Rechnung beglichen ist. Im europäischen Vergleich ein guter Wert: Dienstleister und Lieferanten in Italien müssen insgesamt 87 Tage, in Frankreich 59 Tage und in Belgien 56 Tage warten, bis sie ihr Geld erhalten. Am solidesten agieren die Kunden und Schuldner in Schweden. Das durchschnittliche Zahlungsziel, das zwischen den Vertragspartnern vereinbart wurde, liegt bei 27 Tagen - um nur 8 Tage überschreitet man in Skandinavien diesen Termin.

Insolvenzbedingte Arbeitsplatzverluste in Europa 1999 - 2004

Insolvenzbedingte Arbeitslosigkeit in Europa

Grafik 6: Insolvenzbedingte Arbeitsplatzverluste in Europa
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Obwohl die Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa auf fast dem gleich Niveau wie dem Vorjahr verharren (156.000 betroffene Unternehmen; 2003: 155.000), hat die Zahl der durch Insolvenzen betroffenen Arbeitnehmer abgenommen. Waren 2003 noch 1,7 Millionen Arbeitsplätze durch die Insolvenz des Arbeitgebers hoch gefährdet, so sind es 2004 nur noch 1,6 Millionen. Fazit: Es sind eher kleinere Betriebe in Westeuropa, die in die Insolvenz gehen. Gerade bei kleineren Unternehmen gelingt es allerdings kaum, durch Sanierungen und Übertragungen Arbeitsplätze noch zu retten.

 
Insolvenzen nach Hauptwirtschaftsbereichen

Insolvenzen nach Hauptwirtschaftsbereichen

Grafik 7: Insolvenzen nach Hauptwirtschaftsbereichen
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Noch einmal zugelegt hat der Anteil, den die Branchen Handel und Dienstleister am Gesamtinsolvenzaufkommen in Westeuropa halten. War der Handel 2003 zu 25,3 Prozent am Geschehen beteiligt, so sind es 2004 26,5 Prozent. Bei den Dienstleistern vergrößerte man seinen Part von 42,9 Prozent (2003) auf 44,7 Prozent (2004). Diese Veränderung ist Ausdruck einer allgemeinen Verschiebung in der Unternehmenslandschaft. Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft hält an - und damit einher geht eine steigende Zahl von Insolvenzen.

     


   

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